Open Minds 4 Open Access ..

oa_logo_head1
… war der Titel einer Fortbildungsveranstaltung gestern an der Berliner Charité im Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie, bei der ich eine Einführung ins Thema Open Access gegeben habe.

In der Diskussion erörterten die Wissenschaftler vor allem die Tatsache, dass grosse Wissenschaftsorganisationen wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie auch die Humboldt Universität (HU) Berlin, zu der die Charité gehört, die Wissenschaftler zu Open Access Publikationen ermutigen. Dass es entsprechende explizite Aussagen der HU gibt war zum einen gar nicht allen bekannt. Zum anderen wurde konstatiert, dass keine Anreize im wissenschaftlichen System und Betrieb beständen, dies zu tun.

DFG und HU empfehlen z.B. explizit, dass Autoren mit Verlagen die Einbehaltung ihrer Urheberrechte für die digitale Publikation aushandeln sollen, so dass spätestens 6 – 12 Monate nach der exklusiven Journal-Veröffentlichung eine Arbeit für Open Access freigegeben wird. Den meisten Wissenschaftlern war nicht bekannt, dass sie diese Möglichkeit überhaupt haben. Zudem sei das was bei einer Veröffentlichung für den Wissenschaftler zähle allein der Impact Faktor des Journals in dem veröffentlicht wird. Ein nachträgliches Einstellen eines Artikels auf dem Dokumentenserver der HU werde nach dem Bewertungssystem im Wissenschaftsbetrieb in keiner Weise anerkannt. So erklärt sich dann auch, dass der HU Dokumentenserver nur zwei Open Access Artikel aus dem Fachbereich Medizin zu diesem Zeitpunkt vorhält. Er wird, zumindest von den Medizinern, bisher v.a. für die Publikation von Dissertationen genutzt. Wir diskutierten auch kurz darüber, was die HU tun könnte, um mehr Akzeptanz für ihr institutionelles Open Access Repositorium zu erreichen, in das die Universität ja immerhin investiert. Dies könnte z.B. dadurch geschehen, dass die Anzahl an Open Access Veröffentlichungen, also Beiträge zum sichtbaren Gesamtbestand der Forschungsarbeiten der Universität, ein Faktor bei der Mittelvergabe an die einzelnen Institute würde.

Weiterhin wurde darüber spekuliert, wie lange es dauern würde, dass sich der Anreiz für Wissenschaftler Open Access zu publizieren allein durch die nachgewiesene grössere Zitierhäufigkeit von Open Access Publikationen ergibt. Denn die Zitierhäufigkeit bestimmt den Impact Faktor. Bisher sind viele Open Access Journals jünger als die grossen etablierten Journals und noch auf dem Weg mit den Impact Faktoren gleichzuziehen.

2 Kommentare zu Open Minds 4 Open Access ..

  1. Pingback: Open Minds 4 Open Access | Open Data Network

  2. Udo Giessing sagt:

    …die Messung des Impact Factors ist auf zwei Jahre angelegt und wird privatwirtschaftlich von den Amerikanern geregelt.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>