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BarCamp für TeBe

Neben Themen mit digitaler Verknüpfung, setzt sich newthinking ebenso mit breiteren gesellschaftlichen Themen, wie dem Fußball in Berlin auseinander. In diesem Rahmen wurde zu Beginn des Jahres eine Studie zum Berliner Fußball veröffentlicht, zum anderen ist newthinking seit 2011 Mitglied im Wirtschaftsclub von Tennis Borussia e.V.

Ein ganz anderes Format als ein Spiel am Wochenende im Mommsenstadion, war das TeBe-BarCamp, das wir am 31.03.2012 im Grünen Salon der Berliner Volksbühne durchgeführt haben. Ausgangspunkt hierfür war das Ende der Insolvenz für den Verein Tennis Borussia Berlin e. V. nach über einem Jahr. Um die zurückgewonnene Selbstbestimmung weiterzuentwickeln, sollten zusammen mit möglichst vielen Beteiligten, Chancen und Maßnahmen gefunden werden, um TeBe in eine nachhaltig positive Zukunft zu führen.

Hierfür erschien das offene Format eines BarCamps, bei dem alle TeilnehmerInnen die Themen selbst entwickeln und gemeinsam bearbeiten, besonders geeignet. newthinking hat mit diesem Workshopformat schon zahlreiche Prozesse (u.a. all2gethternow, Berlin Buzzwords, re:campaign) entwickelt und erfolgreich begleitet. Für ein komplexes Gebilde wie einen Fußballverein (bestehend aus Männer- und Frauenfußball, Jugend und Senioren, alten wie jungen Fans, Sponsoren, Gliederungen, Gremien und nicht zuletzt Sympathisanten) bot sich hiermit einmal mehr die Chance, auch diejenigen in Kontakt zu bringen, die sonst kaum die Möglichkeit dazu haben, sich über – zumeist heterogene Perspektiven und Erfahrungen – auszutauschen.

Auch wenn in einer kurzen Vorstellungsrunde zu Beginn des BarCamps eher geringe Erwartungen und so einige Skepsis geäußert wurden, waren die brennendsten Themen dennoch schnell ausgemacht: Zu allererst natürlich die finanzielle Zukunft des Vereins, die schließlich den Ausgangspunkt zur Idee des BarCamps bildete. Außerdem die Darstellung von TeBe in den Medien sowie die internen Strukturen (Verhältnis und Kommunikation der verschiedene Organe des Vereins, wie Vorstand, Ältestenrat, aktive Fans) und die „Stadionfrage“.

Nach der Setzung der Agenda für den Tag, teilten sich die TeilnehmerInnen auf die verschiedenen Gruppen auf. Hierbei wurden zum Teil ganz konkrete nächste Schritte ausfindig gemacht, zum Teil ermöglichte das BarCamp einen breiten Austausch zu Dingen, die sonst nur vereinzelt am Spielfeldrand besprochen werden. So wurden in den Bereichen TeBe und die Medien sowie Finanzen zahlreiche Ideen und zukünftige Strategien erarbeitet, mit denen TeBe einerseits bei Journalisten mehr Interesse wecken sowie andererseits neue Partnern und Sponsoren werben kann. Die Stadionfrage entpuppte sich als Reizthema, zu dem sehr kontrovers diskutiert wurde, inwiefern ein Umzug in die Mitte Berlins die Spiele attraktiver für mehr Zuschauer macht oder ob die erste Mannschaft von TeBe weiterhin im Mommsenstation spielen sollte.

Für mich am eindrücklichsten war jedoch eine Blitzlicht-Runde zum Thema „Was macht TeBe aus?“, bei der in einem Satz oder gar nur einem einzigen Wort, die jeweils ganz persönliche Verbindung zum Verein auf den Punkt gebracht wurde. Auch wenn ich schon bei meinem ersten Besuch im Mommsenstadion spüren konnte, dass TeBe etwas hat, dass sich von anderen Vereinen unterscheidet, wurde dieses Besondere hier ganz individuell und aus Sicht jedes Einzelnen greifbar. Beeindruckt hat mich außerdem, wie schnell sich alle Teilnehmer, auch wenn eingangs Skepsis und Zurückhaltung noch überwogen, auf das BarCamp und die gemeinsam bestimmten Themen eingelassen und diese mit Leidenschaft bearbeitet haben. Hierbei wurden in erstaunlich kurzer Zeit viele neue Ideen und Perspektiven zusammengetragen und gleichzeitig eine offene Kommunikation unter den Anwesenden gestärkt, die das Gruppengefühl sichtbar positiv beeinflusst hat.

Darüber hinaus bot das BarCamp, mit seinen erarbeiteten Themen und zum Teil bereits ganz konkrete Optionen, einen Startschuss für die zukünftige Weiterentwicklung von TeBe, der von ganz verschiedenen Teilen des Vereins erarbeitet wurde. Und für mich persönliches bot das BarCamp einen ganz intensiven Einblick in den Verein TeBe und seine Fans, Geschichte, Leiden und Leidenschaften, Visionen und Hoffnungen, Überzeugungen und Wünsche.

Am Ende des BarCamp hatte ich den Eindruck, schon nach einem Tag so viel Interessantes und Detailliertes über TeBe gehört zu haben, als wäre ich bereits die letzten fünf Jahre fast jedes Wochenende im Stadion mit dabei gewesen. Um den Prozess weiter voranzutreiben und diesen positiven Startschuss für eine nachhaltige positive Weiterentwicklung von TeBe in der Zukunft zu nutzen, wurde sich dazu entschlossen, das BarCamp erneut aufzulegen. Das nächste Mal wird es am 16.06 im Grünen Salon (Volksbühne, Rosa-Luxemburg-Platz) stattfinden.

Claudia Brückner, Teil des Event-Teams bei newthinking, organisiert gegenwärtig hauptsächlich die Berlin Buzzwords, beschäftigt sich mit (Service) Design thinking und twittert als @clastronautin.

2 Responses to BarCamp für TeBe

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