Firefox OS – ein offenes Betriebssystem für Smartphones

Der Fuchs geht um! Mit dem Firefox OS bringt Mozilla frischen Wind in die Welt der mobilen Plattformen. Wird das offene Betriebssystem bald schon zur attraktiven Alternative zu Android, iOS oder Windows Phone? Ich wollte es mir einmal genauer ansehen.

Was das Firefox OS ausmacht ist, dass es auf Linux basiert und auf Offenheit setzt. Die Anwendungen laufen webbasiert über den Browser und werden mit HTML5 und anderen Webtechniken umgesetzt. Das soll für NutzerInnen und ProgrammiererInnen eine möglichst gute Kompatibilität sicherstellen.


Es gibt einen Marketplace, aber eigentlich ist das Web der App-Store
Als Besonderheit hebt Mozilla die adaptive App-Suche hervor. Über diese erhält man Zugang zu den Apps, die man gerade braucht. Man kann die Apps dann nutzen oder bei Bedarf auf dem Handy speichern. Doch das abspeichern ist hier nicht zwingend nötig. – “While every other phone today is static, giving you the exact same apps each time you turn it on, Firefox OS is always changing to offer exactly the apps you need at any moment in your life.” – Das funktioniert so, dass man in der Suche beispielsweise den Namen einer Sängerin eingibt und im Ergebnis die entsprechenden Seiten bei Wikipedia, Soundcloud und einem Anbieter für Konzerttickets erscheinen. Wenn man möchte, kann man einzelne Ergebnisse wie ein Lesezeichen auf dem Startbildschirm abspeichern.

Wie erstellt man eine Web-App?
Mithilfe einer JSON-Datei, die Informationen wie den Namen der App, Icons, Ressourcen und benötigte Rechte bereithält, kann man eine mobile Webseite zu einer Web-App machen. (Weitere Infos: Open-Web-App Manifest)

Kann bald jeder selbst Apps entwickeln?
Mitte Oktober hat Mozilla den Firefox Appmaker vorgestellt. Das Tool, das sich noch in der pre-alpha Version befindet, ermöglicht es jedem eine App für ein Firefox OS zu erstellen. Der Editor basiert auf dem “What you see is what you get”-Prinzip. Man sieht also während man etwas ändert, wie das Resultat aussieht. Per Drag and Drop lassen sich verschiedene Komponenten auf ein virtuelles Gerät ziehen. Hier könnt ihr den Appmaker ausprobieren: https://appmaker.mozillalabs.com/

Möchte man das Firefox OS in Deutschland nutzen, hat man seit Oktober die Möglichkeit, das Alcatel One Touch Fire bei Congstar zu kaufen. Das Gerät ist mit seinem günstigen Preis und der für heutige Standards eher schwachen technischen Ausstattung für Smartphone-Einsteiger gedacht. Das bietet sich an, da der Aufbau des Systems einfach gehalten und schnell verständlich ist.

firefox OS

Was fehlt?
In den kommenden Wochen werden laut Mozilla noch weitere Smartphones hinzukommen, die mit dem System laufen. Dann wird sich zeigen, ob es vielleicht ein paar Android-Nutzer zum Wechsel bewegen kann. Die geringe Smartphone-Auswahl und das noch geringere Angebot an Apps, scheinen momentan noch eine hohe Hemmschwelle für die Verbreitung des Firefox OS zu sein. Doch beides wird mit der Zeit kommen, wenngleich das Betriebssystem primär für Geräte mit schwächerer Technik geeignet ist und auf Spielereien verzichten wird.

Neue Versionen des Betriebssystems wird es laut Mozilla alle 12 Wochen geben. In der Version 1.1 sollen schon einige Funktionen ergänzt werden, die man bisher schmerzlich vermisst hatte. So wird es dann möglich sein, Kontakte über unterschiedliche Dateiformate zu importieren.

Fazit
Das Firefox OS ist mit seiner Offenheit und der dahinter stehenden Ideologie für viele LiebhaberInnen des freien und offenen Internets eine tolle Sache. Gleichzeitig kann es durch die Kompatibilität gerade mit technisch weniger gut ausgestatteten Geräten auch für die breite Masse gut geeignet sein. Für mich ist es momentan noch zu unausgereift. Nachdem ich es ein paar Tage in Gebrauch hatte, fehlten mir wichtige Anwendungen, die ich von Android/iOS kannte. Einen Wechsel könnte ich mir nur vorstellen, wenn es technisch besser ausgestattete Geräte mit Firefox OS gibt und alle Apps, die mir den Alltag erleichtern, dort als gut funktionierende Web-Apps verfügbar sind.

Ich bin gespannt auf die weiteren Entwicklungen in dieser Hinsicht. Firefox OS könnte eine Alternative für alle werden, die Google und Apple nicht trauen und sich mit Mozilla als Non-Profit Organisation wohler fühlen.

2 Kommentare zu Firefox OS – ein offenes Betriebssystem für Smartphones

  1. Pingback: Vor Kurzem habe ich bereits auf dem newthinking Blog das neue… |

  2. Breaker222 sagt:

    Habe gehört, dass die Zielgruppe finanziell schwache Leute sind – dass es zur Idee von FirefoxOS gehört, die Gesellschaftsschichten abseits der wohlhabenderen westlichen Welt mehr am technologischen Fortschritt teilhaben lassen zu können…

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>