Überwachtes Netz – Edward Snowden & der größte Überwachungsskandal

Letzten Monat hat Markus bereits ein Buch zum größten Überwachungsskandal in der Geschichte der Menschheit angekündigt:

Mit unserem Sammelband zum NSA-Überwachungsskandal wollen die Debatte weiterführen, die Entwicklungen und Leaks aus verschiedenen Perspektiven und Blickwinkeln national und international reflektieren, was da genau passiert und vor allem: Was daraus zu lernen ist und wie wir unser Netz und unser Privatsphäre von den Geheimdiensten und der allumfassenden Überwachung unserer digitalen Kommunikation zurückerobern können.

Am Donnerstag, den 14. November 2013, erscheint das Buch nun offiziell unter dem Titel “Überwachtes Netz – Edward Snowden und der größte Überwachungsskandal der Geschichte” zunächst als eBook. Dieses wird unter einer CC-BY-SA-Lizenz in allen gängigen Online-Shops für 7,99 Euro zu finden sein. Rund zwei Wochen später ist das gedruckte Buch in einer Erstauflage für 14,90 Euro verfügbar.

Herausgegeben wird “Überwachtes Netz” von Markus Beckedahl und Andre Meister, beteiligt sind jedoch rund 50 AutorInnen. Auf netzpolitik.org findet Ihr bereits eine Auflistung der AutorInnen, das Inhaltsverzeichnis & eine Leseprobe.

Diskussion zum Launch

Anlässlich der Veröffentlichung wird es auch ein Diskussion über Buch und Thema geben: Am Donnerstag, den 14. November, in den Räumen von Zeit-Online in Berlin. Der Eintritt ist frei.

Die Moderation wird Kai Biermann von Zeit-Online und Neusprech.org übernehmen, diskutieren werden:

  • Annette Mühlberg (ver.di Bundesverwaltung)
  • Anne Roth (Bloggerin, Netzaktivistin, Mitarbeiterin von Tactical Tech)
  • Jan Schallaböck (Datenschützer, stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgruppe zu Datenschutztechnologien der ISO/IEC)
  • Markus Beckedahl (netzpolitik.org)

2 Kommentare zu Überwachtes Netz – Edward Snowden & der größte Überwachungsskandal

  1. Mark sagt:

    Für das Frühjahr 2014 ist ja das Buch von Glenn Greenwald, der das Snowden-Material auswerten konnte, angekündigt. Hätte man das nicht abwarten sollen für so ein Buch? Oder will man hier unbedingt erster sein?

  2. Das Thema ›big data‹ wurde in der Öffentlichkeit in den letzten Jahren allenfalls von einigen Insidern diskutiert. Seit den Enthüllungen von Edward Snowden ist dies anders – das Thema ist nun in den Leitartikeln und den Feuilletons der großen Medien präsent. 

    Nun werden grundsätzliche Fragen gestellt: Was geschieht mit unserem freien Willen, wenn wir unsere Persönlichkeitsmerkmale im Netz preisgeben? Sind wir in der Lage, die Frage ›Was soll ich tun‹ noch aus uns selbst heraus zu beantworten oder überlassen wir die Antwort den Algorithmen von Maschinen? Das Sammeln und Ausspähen von Persönlichkeitsdaten berührt nicht nur die politische und wirtschaftliche Ebene, sondern jeden Einzelnen. Die Möglichkeit der Automatisierung des Denkens, die Terroristen ausfindig macht, bevor sie Terroranschläge begehen, werden in gleicher Form auf Alle angewendet: wir sollen Kaufen, bevor wir wissen, was wir brauchen. Wir sollen gesund werden, bevor wir krank sind. Die Maschinen kennen unsere Antworten, bevor uns die Frage bewußt ist. – Wird es also künftig eine Verhaltensanpassung an die Effizienz- und Optimierungsstrategien einer Datenindustrie geben?

    Ähnlich wie in der Finanzindustrie hat sich in der Datenwirtschaft eine Parallelwelt gebildet, dessen Protagonisten zu Recht Merkmale eines digitalen Autismus angehängt wird. Es ist kaum vorstellbar, auch in den nächsten 10 Jahren neue Technologien an den Menschen weiter so ‘vorbeizuwinken’ wie bisher – ohne eine klare Antwort nach Sinn und Zweck für das Individuum zu geben. Eine Gegenbewegung bis hin zur technischen Total-Verweigerung der nächsten Generation dürfte daher wahrscheinlicher sein als das Fortschreiben eines von der Industrie künstlich geschaffenen linearen Fortschrittmodell, für dessen Paradigma es keinerlei ‘naturgegeben’ Entsprechungen gibt. 

    These:
    Das Bacon’sche Diktum ›Wissen ist Macht‹ gilt in unserer hochkomplexen Welt nicht mehr. Nicht die (mediale) Informationsfülle, sondern die Fähigkeit, sich ein Bild vom Ganzen zu verschaffen, führt zu einer selbstbestimmten Entscheidung. Mit jeder neuen Information wird das Vertrauen in die eigene Urteilsbildung geschwächt (dies als absichtliches Kalkül eines Geschäftsmodells). Es gilt daher, die autonome Entscheidung wieder vollständig zurück zu gewinnen. Daten und Informationen sind hierbei nützliche Helfer, kein Ersatz. Identität als ›wichtigster Rohstoff des 21. Jdh.‹ (Google-Chef) ist nicht eine beliebige handelbare Ware, sondern elementares Menschenrecht. Der Sättigungsgrad der materiellen Gestaltung der Lebenswirklichkeit ist erreicht und überschritten. Fortschritt wird künftig primär in der sozialen und kulturellen Gestaltung stattfinden und weniger in der materiellen Vermehrung äußerer Lebensumstände.

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