Quo Vadis, Android?

Stuehle
Zum Start der siebten droidcon Berlin macht Boris Jebsen, einer der Gründer der droidcon und Organisator der ersten droidcon Berlin im Jahr 2009, eine Bestandsaufnahme über die Android Plattform.

Als Google Ende 2007 erstmals offiziell bekannt gab, ein freies, quelloffenes Betriebssystem namens “Android” zu entwickeln, wurde der Markt für mobile Geräte von proprietären (geschlossenen) Plattformen dominiert, allen voran durch Apple, Nokia und Microsoft. Niemand hätte damals damit gerechnet, dass sich dieses Kräfteverhältnis innerhalb weniger Jahre nennenswert verschieben würde. Ein Jahr später kamen die ersten Android Smartphones auf den Markt und boten EntwicklerInnen und Firmen (darunter vielen Startups) erstmals die Möglichkeit, ihre Ideen für Apps und eigene Hardware Entwicklungen unabhängig von Stakeholdern aus der Industrie umzusetzen.

Heute hat Android als mobile Plattform für Smartphones und Tablets einen weltweiten Marktanteil von über 80 Prozent. Und dabei sind die zahlreichen, von Google unabhängigen Forks (der bekannteste ist die Amazon Fire Plattform) noch gar nicht mit eingerechnet.

Boris Jebsen

Boris Jebsen, Gründer der droidcon berlin

Wenn heute die droidcon Berlin, Teil der globalen Technologiekonferenzreihe (in über 20 Ländern auf vier Kontinenten) zum siebten Mal ihre Pforten für Android- und generell Mobile-Developer öffnet, stehen längst nicht mehr nur die klassischen Hardware Plattformen wie Smartphones oder Tablets im Fokus des Fachpublikums. Android hat in den letzten Jahren verstärkt weitere Gebiete des privaten und beruflichen Umfeldes ins Visier genommen, darunter die Vernetzung von Fahrzeugen (Google Auto), den Einsatz in Unternehmen und die Steuerung von intelligenten Sensoren im häuslichen Bereich (Smart Home). Erst vor wenigen Tagen stellte Google auf seiner hauseigenen EntwicklerInnnen-Konferenz I/O, unter dem Arbeitstitel “Brillo” eine abgespeckte Android Version für das Internet of Things arbeitet, die für die Entwicklung von Wearables und den Einsatz von Beacon-Technologie spannend wird.

In Europa und speziell in Deutschland spielt das Thema “Schutz von persönlichen und Unternehmensdaten” eine wachsende Rolle. Android als quelloffene Plattform kann in diesem Zusammenhang insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen eine wichtige Rolle in der eigenen Software-Strategie spielen. In Kombination mit europäischen Cloud-Diensten oder internen Storage-Lösungen ist es möglich, für MitarbeiterInnen und KundInnen sichere, mobile Anwendungen zu entwickeln. Entscheidend ist dabei, dass die eigenen EntwicklerInnen die Stärken und Schwächen der Android Plattform genau kennen und sich mit unabhängigen KollegInnen ständig darüber austauschen. Dabei spielen Konferenzen wie die droidcon eine wichtige Rolle, ermöglichen sie doch den persönlichen Kontakt mit hunderten von ExpertInnen für unterschiedlichste Bereiche der Android Plattform. Zusätzlich kann im Laufe der vier Tage in zahlreichen Workshops und während eines Hackathons das eigene Wissen praxisnah erweitert werden. Von allgemeinen Themen wie der Programmierung von modernen UI/UX Oberflächen, über Qualitätssicherung durch Unit Testing, bis hin zu Fragen der Cross-Plattform-Entwicklung und damit verbunden der optimalen Monetarisierung.

Android als weltweit dominierende, mobile Plattform wird in den kommenden Jahren eine noch wichtigere Rolle für die Entwicklung neuer Hardware und Software Produkte spielen und dabei verstärkt in deutsche Schlüsselindustrien wie den Automobilbau samt Zulieferindustrie und Serviceanbieter vorstossen. Umso wichtiger ist es, dass durch effektive Programmierung und die Nutzung offener, transparenter Schnittstellen ohne Backdoors das “Gold der Zukunft” – die mobilen Datenströme, ihre Verarbeitung und zielgerichtete Nutzung – unter Kontrolle derjenigen Unternehmen bleiben, die für ihre b2b und b2c Kunden zukunftssichere, gegen Mißbrauch geschützte Produkte und Dienstleistungen anbieten wollen.

Die siebte Ausgabe der droidcon Berlin wird vom 3. bis 6. Juni 2015 im Postbahnhof Berlin stattfinden. Den Auftakt bildet am 3. Juni ein Barcamp, dem am 4. und 5. Juni ein zweitägiges Konferenzprogramm aus spannenden und anregenden Talks, Keynotes und Workshops folgt.

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Titelbild: cc-by-sa 2.0 Gregor Fischer

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