„Das ist Netzpolitik!“-Konferenz 2015

Am 4. September 2015 fand in der KulturBrauerei die zweite „Das ist Netzpolitik!“-Konferenz zu Grund- und Freiheitsrechten im Netz statt. Anlässlich des elften Geburtstags von Netzpolitik.org kamen rund 250 TeilnehmerInnen zusammen und tauschten sich über die aktuelle netzpolitische Lage aus. Das Programm in der Rückschau ist hier zu finden.

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Der Netzpolitik.org Gründer und #Landesverräter Markus Beckedahl betonte in seiner Begrüßung die Wichtigkeit veröffentlichter Originalquellen als Fundament eines multiperspektivischen Journalismus. Im Anschluss hielten die Netzpolitik.org RedakteurInnen Anna Biselli und Andre Meister Vorträge zur Vorratsdatenspeicherung und der Bilanz des Geheimdienst-Untersuchungsausschusses im Deutschen Bundestag.

In 3 weiteren Abschnitten wurden die Themen Netzpolitik in Europa, Wikimedia-Kooperation und (Netz-)Politik und Technik diskutiert. Daneben fanden eine Reihe Kurzvorträge zu den Themen Recht auf Privatsphäre, Netzneutralität und dem Informationsweiterverwendungsgesetzes statt.

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Die Talks wurden durch eine Workshopreihe ergänzt, von der es keine Videoaufzeichnung gibt. Klaus Landefeld gab Einblicke in Überlegungen zu einer Überwachungsgesamtrechnung. Er plädierte dafür, dass die Debatte um Überwachung nicht nur anhand von einzelnen Maßnahmen zu führen sei. Die Summe aller Eingriffe in Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung sei zu beachten, sowohl was Strafverfolgungsmaßnahmen, als auch was die gesellschaftliche Debatte über Daten betrifft, die von Unternehmen erhoben werden.

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In einem weiteren Workshop berichteten Nicole Ebber und Dimitar Dimitrov von der Arbeit der Wikimedia-Foundation in Brüssel. Außerdem kamen die Geschäftsführer von Posteo, SERnet und Viprinet im Workshop zur IT Sicherheit in mittelständischen Unternehmen zu Wort. Besonders für kleine und mittelständische Unternehmen, deren Geschäftsmodelle auf Datensparsamkeit und einem sensiblen Umgang mit Userdaten basieren, bedeuten Überwachungsambitionen ein hohes Risiko. Der Mailprovider kritisierte dieses Verhalten in Hinblick auf Behördenanfragen zuletzt bei der Veröffentlichung seines Transparenzberichts. Viprinet sieht gleichzeitig die Gefahr, dass der Einbau von Hintertüren in ihre Technologie auf der zukünftigen Wunschliste der Geheimdienste steht.

Die Videoaufzeichnungen der Vorträge sind in der Netzpolitik YouTube-Playlist unter #11np zu finden. Zudem wurde die Konferenz auch redaktionell unter dem Tag ebenfalls unter dem Tag #11np auf Netzpolitik.org dokumentiert.

Weitere Informationen zu netzpolitische Entscheidungen sind auf Netzpolitik.org, Facebook, Twitter, sowie YouTube zu finden.

Fotos: CC BY-NC-SA 2.0 by netzpolitik.org